COACHING UND COUNSELING AUS 1 HAND

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Roland Kapeller Coaching

Aus meiner Praxis

Regelmäßig beinhaltet das Anliegen meiner Coachees folgende Faktoren:

• Zweifel am Erfolgsprinzip, mangelnde Selbstentfaltung, daher mangelnde Motivation
• Unklare Ziele und Motivationslage, Ressourcen nicht eingeschätzt
• Die Meinung nur wegen der Behinderung durch andere Personen nicht voranzukommen
• Gefühl der Überlastung, ohne Aufgaben delegieren zu können
• Die Motive anderer Personen wirken unverständlich, nicht nachvollziehbar
• Als unangenehm empfundene Abhängigkeit von anderen Personen
• Unklarheit über die eigene Gefühlswelt: Wie soll ich mich bloß verhalten?
• Wunsch, die Richtigkeit des eingeschlagenen beruflichen oder privaten Weges zu prüfen
• Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit, Loser-Selbstverständnis
• Schuldgefühle angesichts der eigenen Erfolge
• Empfundene Notwendigkeit, sich einmal mit einem "Fremden" auszusprechen

Die Auswahl zeigt, das vor allem drei Fragekomplexe vorherrschen:

a) Bin ich auf dem richtigen Weg oder sollte ich der Richtung ändern? Kann ich das Vorankommen beschleunigen?

b) Was will ich überhaupt erreichen, welchen Weg sollte ich einschlagen? Wie komme ich stetig voran, auf welche Ressourcen kann ich zurückgreifen?

c) Habe ich überhaupt eine Chance oder sind die Hindernisse unüberwindbar? Macht es, für mich persönlich, überhaupt Sinn, feste Ziele zu verfolgen?

Häufige Anliegen

Übliche Ziele und Entwicklungswege / Fallbeispiel

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Situation

Mein Coachee, Herr M., befand sich an einem Wendepunkt seiner beruflichen Situation, was es notwendig machte, stärker als sonst bei Anderen um Vertrauen in seine fachlichen Fähigkeiten und seinen Willen, etwas zu bewegen, zu überzeugen. Es stellte sich heraus, dass er ähnliche Situationen auch im privaten Bereich als problematisch empfand.

Während es ihm im Vieraugengespräch recht gut gelang, den jeweiligen Gesprächspartner zu überzeugen, empfand er den Kontakt zu Gruppen von Personen, die ihm zuhörten und seine Ideen aufgrund seines Verhaltens und seiner Darstellung bewerteten, als unangenehm und er blieb dabei weit unter seinen Möglichkeiten. Das stellte sich als ernsthaftes Hindernis am beruflichen Fortkommen dar und schwächte mittlerweile sein Selbstbewusstsein.

Im Gespräch zeigte sich, dass Herr M. durchaus negative Gefühle gegenüber Gruppen, die gemeinsam Entscheidungen treffen ("Komitees"). Er meinte, ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, weil sie sein Leben bestimmen, während sie Ziele verfolgen, die nicht die seinen sind. Er sah sich daher von vornherein in der Rolle des "Opfers".

Intervention

Im Gespräch ergab sich, dass mein Coachee die Ursachen seiner Erfolge und Misserfolge der Vergangenheit einseitig bei und den äusseren Umständen, anderen Menschen und zufälligen Einflüssen fand. (Die Forschung haben herausgefunden, dass "Erfolgssucher" diese Ursachen völlig anders wahrnehmen, als "Misserfolgsmeider" das tun. Lesen Sie hierzu bitte meinen Fachartikel RKUB-FA1002d.) Das heisst, er sah das Ergebnis seiner Bemühungen kaum in Abhängigkeit von seinem persönlichen Können und Wollen. Statt dessen sei ein Misserfolg vor allem die Wirkung der Umstände, und ein Erfolg vor allem die Wirkung des Zufalls.

Was hier fehlt, ist der Glaube an die "Selbstwirksamkeit", also die Einstellung, selbst etwas verändern zu können, seines eigenen Glückes Schmied zu sein.

Herr M. nahm daher ständig das Gefühl wahr, sich in einer Situation zu befinden, in der er nur verlieren kann. Indem wir frühere Erlebnisse nachvollzogen und Rollenspiele durchführten, gelang es ihm, dieses Gefühl tiefer zu durchdringen. Er erkannte, das es auf Ängsten der Vergangenheit beruhte, die sich verselbständigt hatten ("Gespenster"), sie also der jeweiligen Situation ganz unangemessen waren.

Der Coachee war so auf seine Schwächen fixiert, dass er seine Stärken kaum noch wahrnahm. In seinem Falle zählten dazu beispielsweise eine starke Überzeugungskraft, sein sehr kraftvoller mündlicher Vortrag, seine stets durchdachten Argumente. Wir legten einige Massnahmen fest, welche diese Stärken einerseits fördern, und sie andererseits mehr ins Bewusstsein meines Coachees rücken sollten.

Erfolgskontrolle

Wenige Wochen später zeigte sich, dass die durch das Coaching angeregte Selbstaufklärung und die mittlerweile durchgeführten Maßnahmen bereits Früchte trugen. Herr M. hatte diverse Gespräche geführt, mit Einzelpersonen und mit Gruppen, in denen er insbesondere Vorschläge machte, wie er seine persönlichen Kenntnisse und Erfahrungen in diverse Organisationen einbringen könnte. Die Reaktionen waren durchweg positiv. Die Gesprächspartner waren angenehm überrascht über die ihnen vorlegten Ideen und staunten wohl auch über den redegewandten und Tatkraft ausstrahlenden Herrn M.

Mein Coachee hatte sich also wirklich weiterentwickelt und innerhalb kurzer Zeit neue Perspektiven und Möglichkeiten gewonnen.

Es liegt an der Funktionsweise des Gehirns, dass wir immer wieder den selben Weg gehen und vermeinen, er würde uns diesmal woanders hin führen. Wenn es dann, wie zuvor, schief läuft, so erfinden wir "automatisch" Gründe, warum uns das wieder passiert ist. Überhaupt ist es der "Königsweg", wie ein Mensch sein Handeln nachhaltig verändern kann, sich seiner Gründe bewusst zu werden, um so aus dem "inneren Zwang" herauszukommen, unter ähnlichen Umständen immer wieder ähnlich zu handeln.

Das hat im Rahmen dieses Coachings sehr gut funktioniert.

Allgemeine Nachbetrachtung

Ist das ständige Streben nach Erfolg wirklich so selbstverständlich? Man könnte beispielsweise nur für seinen Glauben leben, oder für das Glück von Anderen, statt für den eigenen beruflichen oder gar finanziellen Erfolg.

Absolut richtig. Doch wer seine Situation verändern möchte, etwas erreichen will, der wünscht sich natürlich auch den Erfolg seiner Veränderungsbemühungen. Wenn wir aber alles Streben aufgeben, geben wir uns nicht auch selbst auf? Auch das wäre legitim, doch lässt sich ein solches Leben auf Dauer wohl nur in einem Kloster oder einer Kaserne verwirklichen. Den weitaus meisten Menschen gibt das Erfolgsstreben jedoch notwendige Führung und Kraft.